TenneT nimmt „DolWin 2“ vom Strom

Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat die Offshore-Netzanbindung „DolWin 2“ in der Nordsee vom Strom genommen: Eine Kabelkomponente des Systems sei während des Testbetriebs mehrfach ausgefallen, teilt das Unternehmen mit. Man habe Hersteller ABB aufgefordert, die Mängel zu beheben. Erst nach Abschluss dieser Nacharbeiten könne die Vorbereitung auf den Abnahmeverlauf fortgesetzt werden. Über den Netzanschluss „DolWin 2“ soll der Strom aus den Offshore-Windparks „Gode Wind 1“ und „Gode Wind 2“ an Land übertragen werden.
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Adwen entwickelt längstes Rotorblatt der Welt

Offshore-Windkraftanlagenproduzent Adwen und Rotorblatthersteller LM Wind Power haben das nach eigenen Angaben längste Rotorblatt der Welt entwickelt. Ein Prototyp des 88,4 Meter langen Blatts ist im dänischen Lunderskov fertiggestellt worden und soll nun in einem Prüfstand in Aalborg ausgiebigen Tests unterzogen werden. Die Komponente ist speziell für die neue Offshore-Turbine AD 8-180 von Adwen entwickelt worden, die eine Nennleistung von acht Megawatt und einen Rotordurchmesser von 180 Metern aufweist.
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Siemens und Gamesa schließen ihre Windgeschäfte zusammen

Mehrere Monate hatten sie verhandelt, jetzt teilen Siemens Wind Power und Gamesa mit: Die beiden Unternehmen wollen fusionieren und als ein weltweit führender Windkraftanlagen-Anbieter ihre Marktposition weiter stärken. Demnach wird Siemens 59 Prozent der Anteile an dem kombinierten Unternehmen besitzen, die bestehenden Aktionäre von Gamesa halten 41 Prozent und bekommen von Siemens eine Barzahlung in Höhe von 3,75 Eurp pro Aktie. Der Hauptsitz und die Zentrale für das Onshore-Geschäft sollen in Spanien sein, Zentralen für das Offshore-Geschäft werden in Deutschland und Dänemark angesiedelt sein. Perspektivisch erwarten Siemens und Gamesa von dem Deal nach eigenen Angaben Synergien in Höhe von 230 Millionen Euro pro Jahr. Für Diskussionsstoff hatte in den vergangenen Monaten die Frage gesorgt, wie mit dem Offshore-Turbinenproduzenten Adwen, einem Joint Venture zwischen Gamesa und dem französischen Energiekonzern Areva, umzugehen sei. Die nun präsentierte Lösung: Areva soll selbst entscheiden können, ob man den Anteil von Gamesa an Adwen übernehmen oder das gesamte Unternehmen weiterverkaufen will.
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Die Aufbruchstimmung in den Häfen ist vorbei

Während sich Cuxhaven nach wie vor über die Ansiedlung von Siemens freut, sind andere Hafenstandorte inzwischen zurückhaltender geworden, was das Geschäftsfeld Offshore-Windenergie angeht.

Die Offshore-Windenergie hat sich für einige deutsche Hafenstandorte als wichtiges zusätzliches Standbein etabliert – insgesamt haben sich die großen Hoffnungen, die die Hafenwirtschaft noch vor einigen Jahren in dieses Geschäftsfeld gesetzt hatte, allerdings nicht erfüllt. Fünf Jahre ist es jetzt her, seit der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) seinen Offshore-Hafenatlas veröffentlicht und damit die Ambitionen der Branche manifestiert hat, doch unter dem Strich ist die Zwischenbilanz durchwachsen. „Nach der damaligen Aufbruchstimmung ist vielerorts Ernüchterung eingetreten“, sagt ZDS-Hauptgeschäftsführer Daniel Hosseus. „Unsere Häfen sind in vielen unterschiedlichen Bereichen tätig: Sie verladen Offshore-Großkomponenten, bieten logistische Dienstleistungen an und stehen als Service-Häfen zur Verfügung. Die erhofften Mengen haben sich aber nicht bestätigt.“
Schon früh auf das neue Geschäftsfeld gesetzt hat man in Cuxhaven, wo seit 2007 die „Offshore Basis Cuxhaven“ mit den Offshore-Terminals 1 und 2 entstanden ist. Nach der Insolvenz des Fundamente-Herstellers Cuxhaven Steel Construction und dem Rückzug des Baukonzerns Strabag, der am Standort ursprünglich Schwerkraftfundamente hatte fertigen wollen, war die Stimmung an der Elbmündung vorübergehend getrübt. Das änderte sich voriges Jahr im August: Da verkündete Offshore-Windkraftanlagen-Weltmarktführer Siemens, eine Fabrik zur Turbinenproduktion auf dem Gelände bauen und bis zu 1.000 Arbeitsplätze schaffen zu wollen. Der erste Spatenstich für das Werk soll im Juni erfolgen, der Produktionsstart ist für Mitte 2017 geplant.
Auch Bremerhaven hatte sich zuvor Hoffnungen auf eine Ansiedlung des Turbinen-Herstellers gemacht. Für die Planer des Offshore-Terminals Bremerhaven (OTB) ist die Entscheidung des Weltmarktführers, seine Zelte 40 Kilometer weiter nördlich aufzuschlagen, ein herber Rückschlag. Dessen ungeachtet unterzeichnete im Februar die für die Realisierung zuständige Hafengesellschaft bremenports mit dem Hafendienstleister BLG Logistics einen Betreibervertrag für den 25 ha großen OTB, der über 30 Jahre läuft. Ab 2019 könne der neue Schwerlasthafen für die Vormontage und den Umschlag von Offshore-Windkraftanlagen zur Verfügung stehen, hieß es bei der Vertragsunterzeichnung. Diese optimistische Zeitplanung ist seit einigen Wochen unwahrscheinlicher denn je: Mitte Mai verhängte das Verwaltungsgericht Bremen im Eilverfahren einen Baustopp, nachdem der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zum Jahreswechsel Klage gegen den Bau der Hafenanlage eingereicht hatte. Die Umweltschützer argumentieren, dass sich die ursprünglichen Zielsetzungen des OTB durch die zwischenzeitlich in der Offshore-Branche eingetretenen Entwicklungen ohnehin nicht mehr erfüllen ließen und es somit keine Rechtfertigung gebe, ein Natura-2000-Schutzgebiet mit einer „unflexiblen Betonplatte“ zu beeinträchtigen. Auch das Gericht sieht noch „eine Vielzahl schwieriger Tatsachen- und Rechtsfragen zu klären“, um die es nun im Hauptverfahren gehen soll. Bis dahin dürften keine Bauarbeiten durchgeführt werden, da die Eingriffe möglicherweise irreversibel seien. Darüber hinaus stellten die Richter fest, dass der seit Ende November vorliegende Planfeststellungsbeschluss gar nicht vom Bremer Umweltsenator hätte herbeigeführt werden dürfen: Hierfür sei vielmehr die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes zuständig gewesen.
Dass sich die ursprünglichen Erwartungen manches Hafenstandorts nicht im erhofften Ausmaß erfüllt haben, haben auch die Mitglieder der schleswig-holsteinischen Hafenkooperation „Offshore-Häfen Nordsee SH“ erfahren. „Man muss leider attestieren, dass das Thema Offshore-Windenergie in Deutschland deutlich an Fahrt verloren hat“, stellt Frank Schnabel, Sprecher der Hafenkooperation und Geschäftsführer der Schramm Group, fest. „In Schleswig-Holstein ist in diesem Bereich weniger passiert, als wir uns gewünscht hätten.“ Zwar gebe es mit Helgoland ein Vorzeigeprojekt, doch so manch anderer Hafen im Verbund sei noch nicht zum Zug gekommen.

Ein ausführlicher Bericht zu diesem Thema ist in der Juni-Ausgabe der „Hansa“ (International Maritime Journal) auf den Seiten 74 bis 76 zu lesen.

Adwen testet neue Acht-Megawatt-Turbine AD 8-180

Der Bremerhavener Offshore-Turbinen-Produzent Adwen erreicht bei der Entwicklung seiner neuen Acht-Megawatt-Anlage eine neue Phase: Die Tests im Dynamic Nacelle Testing Laboratory (DyNaLab) des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik haben begonnen, wie das Unternehmen mitteilt. Der bis Ende des Jahres angesetzte Validierungsprozess im Prüfstand umfasst demnach mechanische und elektrische Tests von Triebstrang und primären Turmkomponenten. Adwen will damit die Dauer des Feldtests verkürzen und den Zertifizierungsprozess für die neue AD 8-180 beschleunigen. Ende dieses Jahres soll dann in Bremerhaven ein Prototyp der Anlage errichtet werden.
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Erster Monopile für „Nordergründe“ steht

Die Bremer wpd AG hat mit dem Bau des Nordsee-Windparks „Nordergründe“ begonnen. Am Abend des 3. Mai sei der erste Monopile in den Boden gerammt worden, teilt das Unternehmen mit. Der 111-Megawatt-Windpark entsteht innerhalb der 12-Seemeilen-Zone und liegt 15 Kilometer nordöstlich von Wangerooge. Seine Inbetriebnahme ist für Ende dieses Jahres geplant.
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Eon will bis 2019 den Ostsee-Windpark „Arkona“ bauen

Eon hat die Investitionsentscheidung für den Bau des Offshore-Windparks „Arkona“ in der Ostsee getroffen. Wie der Konzern mitteilt, soll der Windpark mit einer Leistung von 385 Megawatt im Jahr 2019 vollständig in Betrieb sein. Das Investitionsvolumen beträgt demnach mehr als 1,2 Milliarden Euro. Als Projektpartner ist der norwegische Energiekonzern Statoil mit an Bord, der einen Anteil in Höhe von 50 Prozent übernimmt. Eon wird nach eigenen Angaben den Bau und Betrieb von „Arkona“ verantworten.
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„Nordsee One“: Alle 54 Fundamente stehen

Die Fundamente-Intallation im Offshore-Windpark „Nordsee One“ ist abgeschlossen. Wie RWE mitteilt, hat das Installationsteam die Errichtung der 54 Monopiles sechs Wochen früher als ursprünglich geplant fertiggestellt. Die Installation der Turbinen soll Anfang 2017 beginnen, die Inbetriebnahme des 332-Megawatt-Windparks ist ebenfalls noch für das kommende Jahr vorgesehen. RWE ist mit 15 Prozent an dem Projekt in der deutschen Nordsee beteiligt, 85 Prozent der Anteile hält der kanadische Stromproduzent Northland Power.
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Andreas Wellbrock startet als neuer WAB-Geschäftsführer

Zum 1. April hat Andreas Wellbrock seinen neuen Posten als Geschäftsführer der Windenergie-Agentur WAB mit Sitz in Bremerhaven angetreten. Vielen in der Branche ist der 52-Jährige bereits als früherer Vorstand der BLG Logistics Group bekannt, wo er seit Mitte 2013 für den Geschäftsbereich Kontraktlogistik verantwortlich war. Insgesamt war Wellbrock 16 Jahre lang für die BLG tätig und hat dort unter anderem das Geschäftsfeld Logistik für die Offshore-Windenergie aufgebaut. Für seinen neuen Job hat er sich unter anderem vorgenommen, mehr auf die Mitglieder der WAB zugehen zu wollen.

WAB-Geschäftsführer Andreas Wellbrock

WAB-Geschäftsführer Andreas Wellbrock

Vom familiengeführten Ingenieurbüro bis zum Großkonzern: Der Mitgliederkreis des Branchennetzwerks ist sehr heterogen, und so gibt es auch viele unterschiedliche Interessen, die miteinander zu koordinieren sind. „Wir wollen darum im Rahmen einer Befragung klären, wo unsere Mitglieder künftig die Schwerpunkte der WAB-Arbeit sehen“, nennt Wellbrock eines seiner vordringlichen Ziele. „Wir wissen aus der bisherigen Arbeit, dass für große Unternehmen die Lobbyarbeit in Berlin eine große Rolle spielt. Kleinere Unternehmen haben möglicherweise ganz andere Interessen, und das wollen wir herausfiltern, weil wir ja nach innen auch einen Dienstleistungs- und Serviceauftrag haben.“
Dass die WAB vor einigen Wochen den Messeteil der „Windforce“ abgesagt hat, stelle die Veranstaltung als Ganzes keineswegs in Frage, betont der neue Geschäftsführer. Angesichts der Konkurrenz durch die WindEnergy Hamburg, die Husum Wind und die Hannover Messe habe man sich entschieden, die Konferenz-Inhalte wieder in den Mittelpunkt der „Windforce“ zu stellen. „Wir bekommen immer wieder gespiegelt, dass auf diesem Niveau auf keiner anderen Veranstaltung Vorträge gehalten werden, aber auch über aktuelle Themen diskutiert werden kann“, sagt Wellbrock. „Das ist so etwas wie der Familientreff der Offshore-Windbranche, und darauf können wir im Moment nicht verzichten – und das wollen wir auch nicht.“
Die größte Herausforderung für die Zukunft ist aus Sicht des 52-Jährigen das Erneuerbare-Energien-Gesetz und alles, was damit zu tun hat. Die Branche könne ihre Potenziale nur dann voll ausschöpfen, wenn sie sich auf langfristige Planungssicherheit, ein passendes Umfeld für dynamische Entwicklung und eine sinnvolle Gestaltung des Ausschreibungsmodells verlassen können.

Ein ausführliches Interview mit Andreas Wellbrock ist in der April-Ausgabe der „Hansa“ (International Maritime Journal) auf Seite 89 zu lesen.

Rostocker Riesenrohre sind in ganz Europa gefragt

Einer der führenden Hersteller von Monopiles für Offshore-Windparks ist an der Ostsee zuhause: Die EEW Special Pipe Constructions GmbH liefert seit 2008 von Rostock nach ganz Europa.

Monopiles auf dem Weg in den Windpark

Monopiles auf dem Weg in den Offshore-Windpark

Langsam wird es eng auf dem Betriebsgelände der EEW Special Pipe Constructions GmbH (SPC) im Industriegebiet des Rostocker Hafens: Nach dem zweifachen Ausbau der Produktionskapazitäten inklusive Neubau zweier Hallen in den Jahren 2010 und 2013 sowie der Erweiterung der Lagerflächen um 26.000 m² auf nun 70.000 m² im Jahr 2012 stößt das Werk zunehmend an seine Grenzen. Als das Unternehmen 2008 anfing, Monopiles für den Bau von Offshore-Windparks zu produzieren, ging die Branche davon aus, dass die Einzelpfahl-Fundamente in Wassertiefen von höchstens 20 m aufgestellt werden könnten. Heute hat sich EEW SPC als einer von nur drei Herstellern einer neuen Generation von XL-Monopiles auf dem Markt etabliert: Die Stahlrohre mit Durchmessern von bis zu 10 m, Längen bis zu 120 m und Gewichten bis zu 1.500 t sollen künftig in Wassertiefen von bis zu 40 m einsetzbar sein. Neben den Rostockern können derzeit nur die Wettbewerber Steelwind Nordenham und die niederländische Sif-Group Monopiles in vergleichbaren Ausmaßen fertigen.
Von Anfang an hat EEW SPC darauf gesetzt, die Prozesse im Sinne der Effizienz so weit wie möglich zu automatisieren. Eine industrialisierte Serienfertigung, wie sie zum Beispiel aus der Automobilproduktion bekannt ist, wird es allerdings bei der Fertigung von Fundamenten für Offshore-Windparks niemals geben können. „Bedingt durch die unterschiedlichen Wassertiefen und Bodenverhältnisse wird das immer eine reine Auftragsfertigung bleiben“, erläutert Geschäftsführer Heiko Mützelburg. Selbst innerhalb eines Windparks würden für die unterschiedlichen Standorte unterschiedliche Anforderungen gelten: „Wenn ein Kunde zum Beispiel 80 Monopiles bestellt, kann es sein, dass nur fünf oder sechs davon wirklich identisch sind.“ Die anderen unterscheiden sich je nach Standortbedingungen in Länge, Durchmesser und Wanddicke. Abhängig von der Größe der zu produzierenden Gründungsstrukturen schafft das Werk zwei bis acht Monopiles pro Woche, was aktuell zu einer Jahresproduktion von 200 bis 250 Stück führt. Bislang sind die mit Abstand meisten Offshore-Windparks in Europa mit Monopile-Fundamenten umgesetzt worden. Ob das so bleiben wird, muss die Zukunft zeigen. Fest steht, dass die Turbinen perspektivisch immer leistungsstärker und damit auch immer größer und schwerer werden. „Die spannende Frage wird sein, wie sich bis dahin das Monopile entwickelt“, meint Mützelburg.

Ein ausführliches Unternehmensporträt ist in der April-Ausgabe der „Hansa“ (International Maritime Journal) auf den Seiten 86 bis 88 zu lesen.

Unsichere Aussichten für die Ostsee

Der Windpark „EnBW Baltic 2“ ist seit einem halben Jahr am Netz, der Startschuss für „Wikinger“ ist gerade gefallen: Auch in der Ostsee geht es voran beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Für die Zukunft des Standorts lassen die derzeitigen gesetzlichen Regelungen allerdings nichts Gutes erahnen.

Die meisten Offshore-Windparks in deutschen Gewässern entstehen nach wie vor in der Nordsee, doch auch in der Ostsee ging es zuletzt voran. Nachdem seit der Einweihung des ersten größeren Ostsee-Projekts „EnBW Baltic 1“ im Mai 2011 gut vier Jahre vergangen waren, nahm Energiekonzern EnBW vorigen September mit „EnBW Baltic 2“ seinen zweiten Meereswindpark offiziell in Betrieb. Alles in allem sind damit in der Ostsee nun 102 Anlagen mit einer Leistung von 338,8 Megawatt (MW) ans Netz angebunden, was etwa zehn Prozent der aktuellen deutschen Offshore-Kapazität entspricht. Die Bauarbeiten für den 350-MW-Windpark „Wikinger“ des spanischen Energiekonzerns Iberdrola haben Mitte März  begonnen, und der deutsche Energiekonzern Eon bereitet aktuell die Investitionsentscheidung für „Arkona Becken Südost“ vor. Sobald auch dieses Projekt umgesetzt ist, wird die in der Ostsee installierte Offshore-Leistung auf knapp 1.100 MW anwachsen sein.
Doch wie geht es danach weiter? Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2014 hat die Bundesregierung die Ausbauziele massiv nach unten geschraubt, und beim Netzausbau steht nach wie vor die Nordsee im Fokus. Laut aktuellem Entwurf des Offshore-Netzentwicklungsplans (O-NEP) 2025, den die Übertragungsnetzbetreiber kürzlich zur Bestätigung an die Bundesnetzagentur übergeben haben, sieht der bereits genehmigte Szenariorahmen für die Ostsee einen Ausbaustand von höchstens 1.900 MW im Jahr 2035 vor: Vor diesem Hintergrund zeichnet sich ab, dass in den kommenden knapp 20 Jahren nur noch zwei bis drei weitere Meereswindparks hinzukommen könnten. Für Andree Iffländer ist das nicht nachvollziehbar. „Es ist uns endlich gelungen, hier nach einer mehrjährigen Startphase eine gewisse Kontinuität zu entwickeln“, sagt der Vorsitzende des in Rostock ansässigen WindEnergy Networks. „Und gerade jetzt, wo wir Know-how aufgebaut haben und durch einen stetigen Ausbau die Kosten senken könnten, werden wir ausgebremst.“ Das EEG und der O-NEP berücksichtigten die Potenziale der Ostsee in keinster Weise, kritisiert er – und das, obwohl der Netzanschluss dort aufgrund der relativen Küstennähe schneller und günstiger umzusetzen sei als in der Nordsee.

Ein ausführlicher Bericht zum Ausbau der Offshore-Windenergier in der Ostsee ist in der April-Ausgabe der „Hansa“ (International Maritime Journal) auf den Seiten 90 und 91 zu lesen.

Rekordjahr für die deutsche Offshore-Windenergie

Die deutsche Offshore-Windbranche blickt auf ein Rekordjahr zurück: 546 Offshore-Windkraftanlagen mit einer Leistung von 2.282,4 Megawatt (MW) haben 2015 erstmals Strom ins Netz eingespeist, wie die Deutsche WindGuard im Auftrag von Arbeitsgemeinschaft Offshore-Windenergie, Bundesverband WindEnergie, Stiftung Offshore-Windenergie, VDMA Power Systems und Windenergie-Agentur WAB ermittelt hat. Insgesamt sind damit in der deutschen Nord- und Ostsee nun 792 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 3.294,9 MW am Netz. Weitere 41 Anlagen mit einer Leistung von 246 MW waren zum 31. Dezember 2015 bereits fertig errichtet, warteten aber noch auf ihre Netzanbindung. Die Branche erklärt den ungewöhnlich hohen Zubau der vergangenen zwölf Monate mit Nachholeffekten, die in der Fertigstellung gleich mehrerer Netzanschlusssysteme begründet lagen. Langfristig sei allerdings ein verlässlicher, kontinuierlicher Ausbau wichtiger als einmalige Rekorde, hieß es bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin. Für 2016 rechnen die Verbände mit einem Zubau von rund 700 MW.
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